R. Hartmann - Chemnitzer Mittelstandsball

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R. Hartmann

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Richard Hartmann
(8. November 1809 - 16. Dezember 1878)

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Das Jahr 2009 ist in Chemnitz aus Anlass des 200. Geburtstages von Richard Hartmann am 8. November offiziell zum Richard-Hartmann-Jahr erkoren worden.
Damit ehrt man den bedeutendsten Industriellen des 19. Jahrhunderts in unserer Stadt und einen der großen Pioniere der industriellen Revolution in Deutschland. Mit seinem Namen verbindet sich die Entwicklung des sächsischen Manchesters zur Industriehauptstadt von Sachsen.
Richard Hartmann ist für Chemnitz aber auch weit über die Stadt hinaus zum Mythos geworden, welches wahre Geschichte, Verklärung und auch Sehnsüchte miteinander verbindet.


Richard Hartmanns Lebensweg vom einfachen Zeugschmied, der 1832 auf seiner Wanderschaft in drei Gesellen seine erste Werkstatt gründet und bereits 20 Jahre später zum sächsischen Lokomotivenkönig avanciert, ist eine der einzigartigsten sächsischen Erfolgsgeschichten. Richard Hartmann wurde in eine Zeit des industriellen Aufbruchs hineingeboren und einer der Protagonisten dieser Epoche. Innerhalb von 30 Jahren entwickelte er aus seiner kleinen Werkstatt ein Großunternehmen, das bereits um 1870 in Chemnitz ca. 3000 Menschen Arbeit gab (Einwohner damals ca. 60.000). Dabei muss der aus dem französischen Elsass stammende Handwerker voll von Ideen und Fantasien gewesen sein und wohloft in seinen Gedanken seiner Zeit voraus. Dabei hatte er die Fähigkeit, das Denkbare mit der Wirklichkeit genial zu verbinden.

Chemnitz ca. 1870


Denn wie ist es anders zu deuten, dass Richard Hartmann bereits ein reichliches Jahrzehnt, nachdem er seine erste Werkstatt gegründet hatte, sich anschickte, wohl gemerkt als Chemnitz noch nicht einmal über einen Eisenbahnanschluss verfügte und andere Maschinenbauer in Sachsen schon kläglich an der Aufgabe gescheitert waren, die ersten sächsischen Lokomotiven herzustellen. Dies war eine Leistung die ihm den Respekt des sächsischen Könighauses einbrachte. Doch selbst das war für den unermüdlichen Unternehmer alles nur eine Zwischenstation. Der Lokomotivbau machte ihn weltweit berühmt, doch seine Textil-, Dampf-, Werkzeug- und andere Maschinen sind nicht weniger bedeutend.
Als Unternehmer der ersten Generation haftete ihm immer eine gewisse Bodenständigkeit an.
Das Arbeiten konnte er selbst allen seinen Mitarbeitern vormachen und auch die einfachen Probleme der kleinen Leute waren ihm nicht fremd. Richard Hartmann muss aber auch noch über eine weitere seltene Gabe verfügt haben. Er hat es geschafft, um sich einen Kreis fähiger Mitarbeiter zu rekrutieren. Sie dachten wie er und setzten mit ihm jene, wie man damals vielleicht annahm, wahnwitzigen Ideen um. Diese Menschen waren Tüftler, Visionäre und manchmal auch nur ganz einfach Industriespione, die sich mit hoher Intelligenz das Know-how in Frankreich, England und Belgien absahen und es verstanden, dies in Chemnitz noch besser umzusetzen.

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